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MKM Mainz
Wirbelsäulenchirurg und Influencer Dr. Ego wechselt von Schmerzzentrum ans MKM
Von Rico Grabowsky Erstellt am 01.04.2026, um 11:03 Uhr Lesezeit: 2 Minuten
Dr. Manuel Ego verlässt Schmerzzentrum, wird Chef der Wirbelsäulenchirurgie am Marienhaus Klinikum Mainz. Ein Gespräch über die neue Abteilung, Chancen und Egos Social Media-Coup. MAINZ. Zum 1. April erweitert das Marienhaus-Klinikum Mainz (MKM) sein chirurgisches Spektrum um eine Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie und Neurotraumatologie. Chefarzt wird der Neurochirurg Dr. Manuel Ego, der nach vier Jahren vom ebenfalls in der Oberstadt gelegenen Schmerzzentrum herüberwechselt. Wir sprachen mit Dr. Ego und dem MKM-Geschäftsführer Andreas Nietzel über die Wirbelsäulenchirurgie, die Perspektiven am MKM und die Chancen, die Socialmedia bietet.
Herr Nietzel, sie bauen eine neue Abteilung auf, wie darf man sich das vorstellen?
Andreas Nietzel: Grundsätzlich wollen wir die operativen Fächer in unserem Haus stärken. Die Neurochirurgie Wirbelsäulenchirurgie war bisher lediglich eine Sektion mit Belegfunktion. Nun bauen wir eine komplette Abteilung auf mit entsprechendem Personal und einer Station mit 10 bis 15, später 20 Betten.
Herr Dr. Ego, sie wechseln ans Marienhaus-Klinikum als Chefarzt einer neuen Abteilung. Was bedeutet das für Sie?
Dr. Ego: Das MKM bietet mir mit der kompletten Infrastruktur eines großen Hauses die Möglichkeit, sehr viel mehr Patienten, sehr viel mehr Krankheitsbilder zu operieren. Aber nicht nur die technische Ausstattung zählt, die komplette Bildgebung, Labormedizin, Intensiv- und Intermediat Care-Betten, sondern auch die Kooperation mit den anderen Disziplinen.
Sie sprechen von der größeren Bandbreite an Eingriffen, was heißt das bei der Wirbelsäulenchirurgie? Vielmehr: Was werden Sie operieren?
Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, also die Verengung des Wirbelkanals mit Rückenmark und Nerven, stabilisieren die Wirbelsäule etwa bei Wirbelgleiten, wir bieten aber auch periphere Nervenchirurgie bei Verletzungen oder Engpasssyndromen an und auch Tumorchirurgie.
Am Schmerzzentrum gehörte auch die operative Schmerztherapie zu ihrem Programm …
Das bleibt auch am MKM so. Es geht um SCS und SPNS, Rückenmark- oder Nervenstimulation gegen chronische Schmerzen, bei denen konservative Methoden keinen Erfolg haben.
Nehmen Wirbelsäulenerkrankungen denn zu? Und wenn ja, warum?
Sie nehmen in der Tat zu und das ist vor allem unserem eigenen Verhalten geschuldet. Jeder zweite bis dritte Patient, der sich vorstellt, arbeitet am Rechner, sitzt falsch, bewegt sich zu wenig. Falsche Ernährung mit entsprechendem Übergewicht spielt auch eine große Rolle.
Herr Nietzel, wir haben ja in Mainz an der Unimedizin eine Klinik für NeurochirurgieWirbelsäulenchirurgie, gibt es da jetzt Konkurrenz vom MKM?
Andreas Nietzel: Auf keinen Fall, denn die hochkomplexen Fälle, die gesamte Kopfchirurgie mit Tumoreingriffen oder bei Gefäßmalformation im Gehirn können nur mit den entsprechenden Strukturen und langer Erfahrung, also an der Unimedizin durchgeführt werden. Wir sehen das Verhältnis zur UM eher als ein symbiotisches Miteinander.
Herr Dr. Ego, Sie sind in den sozialen Netzwerken als @the.spinespecialist bei Instagram, TikTok, Facebook und YouTube weithin bekannt, was zeigen sie dort?
Dr. Ego: Wie es der Name schon sagt, geht es um die Wirbelsäulenchirurgie. Wir machen das seit 2022, zeigen kurze Reels, aber auch längere Erklärvideos oder beantworten Fragen der User. Themen sind Erkrankungen, Symptome, Therapiemöglichkeiten, ich spreche über das ganze Spektrum meiner Arbeit.
Wer ist wir?
Dahinter steht ein ganzes Team, denn alle Beiträge müssen geplant, gefilmt, geschnitten und in den entsprechenden Kanälen ausgespielt werden.
Als Sie angefangen haben, wie war da die Reaktion bei den Kollegen?
Am Anfang wurde schon die Nase gerümpft, aber der Erfolg hat uns recht gegeben. Wir haben mittlerweile 120.000 Follower, einzelne Beiträge wurden über vier Millionen Mal angeklickt, und nun fragen Kollegen, wie wir das machen.
Wie erklären Sie sich den Erfolg?
In einer Zeit, in der jeder ein Mobiltelefon, ein Laptop und ein Tablet hat, sind die Social Media-Kanäle ideale Plattformen, um komplexe medizinische Sachverhalte kurz und verständlich zu erklären. Und da die Patienten jünger werden, sind es auch unsere User. Da liegt das Alter zwischen 25 und 55 Jahren.
Herr Dr. Ego, Herr Nietzel, wird das Projekt @the.spinespecialist auch nach dem Wechsel weitergeführt? Und wäre das nicht auch Vorbild für eine ähnliche Reihe beim MKM?
Dr. Ego: Natürlich machen wir weiter, die Zahlen zeigen ja, dass ein Bedarf da ist. Die Menschen wollen transparente, authentische Information. Und der Erfolg ist natürlich auch für das Krankenhaus spürbar: Mehr als 70 Prozent meiner Sprechstundenbesucher kommen über den Kontakt via Social Media.
Herr Dr. Ego, Herr Nietzel, wird das Projekt @the.spinespecialist auch nach dem Wechsel weitergeführt? Und wäre das nicht auch Vorbild für eine ähnliche Reihe beim MKM?
Andreas Niezel: Auch wir sind auf diesen Portalen präsent. Unter dem Titel „Rico meets medicine“ spricht Rico Grabowsky, der Macher von @the.spinespecialist, mit Ärzten und Patienten, stellt einzelne Disziplinen vor, überhaupt den ganze Krankenhaus-Alltag am MKM. Wir wollen den Menschen transparente, authentische Information bieten. Und es ist klar, dass wir dafür alle Medien nutzen.
————————————— Dr. Manuel Ego, geb. 1978 in Neuburg/Donau studierte Medizin bei der Bundeswehr, machte dort den Facharzt, arbeitete an BW-Krankenhäusern in Hamburg und Koblenz, ging nach 17 Jahren im Rang eines Oberstabsarztes ab. Ab 2017 Oberarzt, Chefarztvertreter, DRK Krankenhaus Neuwied, ab 2022 Neurochirurgie Chefarzt, DRK Schmerz-Zentrum Mainz. 1. April 2026 Marienhaus-Klinikum Mainz
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